Weihnachten im Sommer: Der Einzelhandel war und ist bereit – vom Prime Day bis zum Weihnachtsmorgen

Matthew Furneaux

Der Amazon Prime Day, das jährliche zweitägige Verkaufsevent von Amazon, bei dem Abonnenten mit tiefen Rabatten gelockt wurden, startete am 11. Juli um 3 Uhr morgens und ging bis Mittwoch, den 12. Juli. Doch nicht nur Amazon, sondern auch andere führende Einzelhändler und E-Commerce-Anbieter schlossen sich dem Einkaufsfieber an und boten verschiedene Aktionen und Rabatte an, um die Rabattbegeisterung der Käufer für großartige Angebote zu nutzen.

Dieser Prime Day war jedoch mehr als nur ein großer Verkaufstag. Er diente als entscheidender Probelauf für die bevorstehende Weihnachtseinkaufssaison. Denn im Jahr 2022 gaben Verbraucher online einen Rekordbetrag von 211,7 Milliarden US-Dollar aus – ein Anstieg von 3,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Geldregen führte dazu, dass die Einzelhandelsbranche einen Nettogewinn von über 132 Milliarden US-Dollar erzielte.

Angesichts dieses Wachstums ist es nicht überraschend, dass der Online-Handel ein zunehmend wettbewerbsintensives Umfeld ist. Einzelhändler und E-Commerce-Plattformen müssen in verschiedenen Bereichen konkurrieren, um Kunden zu gewinnen und ihre Konkurrenten zu übertreffen.

Damit Einzelhändler erfolgreich sind und der steigenden Nachfrage in der Weihnachtseinkaufssaison gerecht werden können, dürfen sie die folgenden drei wichtigen Trends nicht ignorieren.

#1: Next-Day-Lieferung dauert 23 Stunden zu lang

Als Amazon die kostenlose 48-Stunden-Lieferung als Teil seines Prime-Einkaufserlebnisses einführte, revolutionierte der Online-Händler die Logistikbranche. Kunden waren begeistert von den schnellen und kostengünstigen Lieferzeiten. Als Folge entschieden sich immer mehr Menschen  dafür, ihre Einkäufe online zu erledigen.

Doch heute fühlt sich das Konzept der 48-Stunden-Lieferung veraltet an. Verbraucher erwarten, dass ihre Bestellung schneller geliefert wird. Und zwar direkt, nachdem sie ihren Kauf abgeschlossen haben.

Dieser Trend wurde besonders während der Pandemie populär, als Menschen ihre Bestellungen für Produkte aller Art – von Lippenstiften bis hin zu Laptops – aufgaben.

Im Jahr 2023 wird sich dieser Trend zur schnellen Lieferung weiter verstärken und einen bedeutenden Wandel in der Verbrauchermeinung bewirken. Schnelle Lieferungen werden nicht länger als “unerwartet angenehm” betrachtet, sondern als die “erwartete Norm” –  eine natürliche Entwicklung, bedingt durch die steigende Anzahl von Kunden, die diese Dienste in Anspruch nehmen.

Einzelhändler müssen sich auf diese Veränderungen vorbereiten und verstehen, dass eine schnelle Lieferung nicht länger ein Alleinstellungsmerkmal ist, sondern von Kunden erwartet wird.

Unternehmen sollten daher in die richtige Technologie investieren, wie etwa genaue Standortdaten zur Adressverifizierung und Geofencing. Zusätzlich benötigen sie die entsprechende Infrastruktur, wie beispielsweise Dark Stores und Kurierdienste, um einen erfolgreichen schnellen Lieferservice aufrechtzuerhalten. Andernfalls besteht die Gefahr, von der Konkurrenz abgehängt zu werden.

Die Zukunft des Online-Shoppings lautet: sofortige Erfüllung der Kundenwünsche! Einzelhändler müssen bereit sein, diesen Trend anzunehmen und entsprechend zu handeln, um ihre Position im hart umkämpften E-Commerce-Markt zu stärken.

#2 Wenn sich das Online-Shopping-Verhalten deiner Kunden ändert, verändere dich mit ihnen 

Durch Spracherkennungstechnologie, wie Alexa und Siri, können Verbraucherinnen und Verbraucher jetzt sogar per Sprache stöbern und einkaufen und daher nutzen viel seltener eine Tastatur.

Aber selbst wenn Menschen eine Tastatur benutzen, geschieht dies wahrscheinlich auf einem mobilen Bildschirm.

Die aktuelle PwC-Umfrage "Global Consumer Insights Pulse Survey 2023" ergab, dass 56 % der Käufer ihre Mobilgeräte zur Recherche vor dem Kauf verwenden und 40 % ihr Handy für Produktinformationen und Vergleiche nutzen.

Da sich die Online-Einkaufsgewohnheiten stetig verändern, sollten Einzelhändler flexibel bleiben, um ihre Kunden auf jeder Plattform zu überraschen und zu begeistern.

#3 Kundenabwanderung: Verstehe, warum sie gehen, bevor es passiert

Der Erfolg im Online-Handel hängt maßgeblich von einem außergewöhnlichen Kundenerlebnis ab. Wenn du die Kundenbedürfnisse rechtzeitig erkennst und die neuesten Trends verfolgst, bist du im Vorteil gegenüber deinen Mitbewerbern. Indem du weißt, warum Kunden deinen E-Commerce-Shop verlassen, kannst du verhindern, dass sie zum Wettbewerb abwandern und ihnen jedes Mal ein ansprechendes Erlebnis bieten.

Im Online-Handel gilt: Unzufriedene Kunden rächen sich, zufriedene werden Stammkunden!

Haben Kunden ein enttäuschendes Erlebnis bei ihrem Online-Einkauf, werden sie wahrscheinlich kein weiteres Mal dort kaufen und im schlimmsten Fall eine negative Bewertung hinterlassen. Und diese Bewertungen beeinflussen langfristig den Umsatz eines Unternehmens, da sich viele Menschen vor dem Kauf an den Bewertungen des Online-Shops orientieren.

Außerdem kann ein komplizierter Checkout-Prozess potenzielle Käufer abschrecken und zu Kaufabbrüchen führen. Einfache Maßnahmen wie eine automatische Adressvervollständigung können jedoch dazu beitragen, den Prozess zu vereinfachen, Vertrauen aufzubauen, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und Wiederholungskäufe zu fördern.

Am wichtigsten ist jedoch, dass die Bestellung pünktlich zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort geliefert wird. Denn eine mangelhafte Lieferung hält Kunden davon ab, zu deinem Online-Shop zurückzukehren.

Dieses Problem lässt sich leicht mit einer Investition in die richtige Technologie lösen. Die Kunden von Loqate zum Beispiel konnten die Zahl der erfolglosen Zustellungen dank der einmaligen globalen Standortdatenabdeckung um bis zu 70 % senken.

Kundenerlebnisse verbessern, um Kunden zu binden

Um Kunden langfristig zu binden, ist ein exzellenter Service unerlässlich. Einfache Verbesserungen wie automatische Adressvervollständigung erleichtern den Checkout-Prozess, während eine präzise Lieferung sicherstellt, dass Kunden immer wieder gerne zurückkehren.

Besonders zu Beginn der Weihnachtseinkaufssaison und bei Ereignissen wie dem Prime Day von Amazon müssen Einzelhändler die wichtigsten Trends erkennen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dazu zählen insbesondere ultraschneller Versand und flexible Anpassung an technologische Entwicklungen wie Spracherkennung und mobile Geräte beim Einkaufen.

Der Wettbewerb im Einzelhandel wird immer intensiver. Daher werden diese Trends für Unternehmen entscheidend sein, um die Erwartungen der Kunden nicht nur zu erfüllen, sondern auch zu übertreffen.

 

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